Staplerschein machen: Ablauf, Anbieter & Schnellkurs

In 5 Schritten zum Staplerschein

Wer einen Staplerschein machen möchte, durchläuft in der Regel denselben strukturierten Ablauf – unabhängig davon, ob der Kurs beim TÜV, bei Dekra, bei einer Hersteller-Akademie oder bei einem regionalen Bildungsträger absolviert wird:

Schritt 1 – Voraussetzungen prüfen Mindestalter 18 Jahre, körperliche Eignung (Seh- und Hörvermögen), ggf. G25-Untersuchung beim Betriebsarzt. Wer bereits Erfahrung im Umgang mit Flurförderzeugen hat, klärt vorab, ob ein Tageskurs infrage kommt.

Schritt 2 – Anbieter und Kursformat wählen Je nach Vorkenntnissen, Zeitrahmen und Budget zwischen Standardkurs (2 Tage), Tageskurs (1 Tag, für Erfahrene) und Inhouse-Schulung (Gruppe) entscheiden. Überregionale Anbieter vs. regionale Träger abwägen.

Schritt 3 – Anmelden und Unterlagen einreichen Anmeldung direkt beim Anbieter, meist online oder telefonisch. Benötigte Unterlagen: Personalausweis, ggf. G25-Bescheinigung, ggf. Kostenübernahme-Erklärung des Arbeitgebers oder Bildungsgutschein.

Schritt 4 – Kurs absolvieren Theoretische und praktische Ausbildung nach DGUV Grundsatz 308-001. Abschluss mit zweiteiliger Prüfung (Theorie + Praxis).

Schritt 5 – Beauftragung im Betrieb Nach bestandener Prüfung: Arbeitgeber stellt schriftliche Beauftragung aus. Ohne diese formale Beauftragung darf der Mitarbeitende den Stapler auch mit Fahrausweis nicht führen.

Anbietertypen im Vergleich

Es gibt vier Haupttypen von Ausbildungsanbietern, die Staplerschein-Kurse anbieten:

Überregionale Zertifizierungsstellen (Dekra, TÜV Rheinland, DGUV-Partner) Vorteil: Hohe Bekanntheit, gut akzeptiertes Zertifikat, bundesweites Kursnetz. Nachteil: Preise tendenziell höher, weniger Flexibilität bei Individuallösungen.

Hersteller-Akademien (Jungheinrich Akademie, Still Academy, Linde Training Center) Vorteil: Maschinenspezifisches Wissen, ideal wenn eigene Flotte des Herstellers vorhanden. Nachteil: Begrenzte Standorte, Kurse oft auf eigene Fahrzeugtypen ausgerichtet.

Regionale Bildungsträger (IHK-Bildungszentren, BG-zugelassene Träger, Kammern) Vorteil: Ortsnahe Kurse, oft günstigere Preise, flexiblere Kurszeiten. Nachteil: Qualitätsunterschiede je nach Träger.

Inhouse-Schulung beim Arbeitgeber Vorteil: Kursgestaltung auf betriebsspezifische Bedingungen angepasst, kein Reiseaufwand. Nachteil: Mindestgruppengröße notwendig (typisch 6–10 Personen), eigenes Praxisgelände erforderlich.

Schnellkurs oder Standardkurs: Was passt zu wem?

Tageskurs (Schnellkurs, 1 Tag) Geeignet für: Personen mit mindestens 1–2 Jahren praktischer Erfahrung im Umgang mit Gabelstaplern. Nicht geeignet für: Einsteiger ohne Vorerfahrung – das Theoriepensum in einem Tag zu bewältigen ist ohne Grundkenntnisse kaum möglich. Kosten: 150–350 Euro.

Standardkurs (2 Tage) Geeignet für: Alle Einsteiger, Berufsumsteiger und Personen ohne formalen Nachweis. Zeitverteilung: Tag 1 Theorie + erste Praxisübungen, Tag 2 Praxistraining + Abschlussprüfung. Kosten: 250–550 Euro.

Mehrtägiger Kurs (3–5 Tage, inkl. Stufe 2) Geeignet für: Personen, die direkt eine Spezialqualifizierung für Schubmaststapler, Seitenstapler oder Teleskopstapler erwerben wollen. Kosten: 400–800 Euro.

Anbieter in der Nähe finden: Checkliste für die Auswahl

Diese Checkliste hilft bei der Bewertung von Kursanbietern:

  • Zertifizierung: Ist der Anbieter DGUV-zugelassen oder nach AZAV zertifiziert?
  • Praxisanteil: Wie viele Stunden Praxisübungen sind enthalten? Mindestens 50 % Praxisanteil ist empfehlenswert.
  • Fahrzeugtypen: Wird auf dem Staplertyp geübt, der im Betrieb eingesetzt wird?
  • Gruppengröße: Wie viele Teilnehmende pro Kurs? Kleinere Gruppen (4–8 Personen) ermöglichen mehr individuelle Praxiszeit.
  • Kurszeiten: Tages- oder Abendkurse? Flexibilität für Schichtarbeiter?
  • Preis inklusive: Sind Prüfungsgebühr, Unterlagen und Ausstellung des Fahrausweises enthalten?

Anmeldung und benötigte Unterlagen

Bei der Anmeldung zum Staplerschein-Kurs werden in der Regel folgende Unterlagen benötigt:

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • G25-Bescheinigung (wenn vom Arbeitgeber gefordert)
  • Kostenübernahme-Erklärung des Arbeitgebers (bei arbeitgeberseitiger Finanzierung)
  • Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit (bei geförderter Maßnahme)
  • Ggf. Nachweis über Vorkenntnisse (bei Tageskurs-Anmeldung)

Die Anmeldung erfolgt meist per Online-Formular, Telefon oder E-Mail. Viele Anbieter haben kurze Wartelisten – geplante Qualifizierungen frühzeitig anmelden.

FAQs: Staplerschein machen

Wo kann ich einen Staplerschein machen?

Kurse werden bundesweit von Dekra, TÜV Rheinland, Jungheinrich Akademie, Still Academy, regionalen Bildungsträgern und BG-zugelassenen Anbietern angeboten. Überregionale Kursfinder-Portale und die Websites der genannten Anbieter ermöglichen eine standortbezogene Suche.

Geht der Staplerschein an einem Tag?

Ja – sofern der Anbieter einen Tageskurs im Programm hat und die Vorkenntnisse ausreichen. Für Einsteiger ohne Vorerfahrung empfiehlt sich der 2-Tages-Standardkurs.

Kann die Firma die Schulung inhouse durchführen?

Ja, sofern ein DGUV-zugelassener externer Ausbildungsträger die Schulung durchführt und das Unternehmen ein geeignetes Praxisgelände sowie entsprechende Fahrzeuge bereitstellt. Der Inhouse-Kurs ist für Gruppen ab 6–10 Personen wirtschaftlich sinnvoll.

Was muss ich zur Anmeldung mitbringen?

Personalausweis, ggf. G25-Bescheinigung und – je nach Finanzierungsweg – Kostenübernahme-Erklärung des Arbeitgebers oder Bildungsgutschein. Vorkenntnisse müssen bei Tageskursen teilweise nachgewiesen werden.

Kurs abgeschlossen – Maschine bereit?

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